Peru


Peru

Peru, einst der mächtige Staat der Ynkas, der Söhne der Sonne, 1531 von dem grausamen Pizarro unter Strömen unschuldigen Bluts erobert, seit 1824 eine Republik, bildet den Länderstrich zwischen Columbien und Chile (s. d.) am stillen Ocean von 28,000 Quadrat M. Die Anden durchziehen in zwei parallelen Gebirgsketten das 280 M. lange und über 200 M. breite Land, von Süden nach Norden. Nach dem Meere zu abgedacht, bilden sie mehr als 20 M. weite Thäler und Ebenen; theils Sandwüsten, theils von Bergquellen bewässerte üppig-grünende, fruchtbare Landstriche. Zwischen den beiden Bergreihen liegt die sogenannte Sierra, ein fruchtbares Hochland von 9–14,000 F. Erhebung. Die höchsten Berge sind der Einplcani und der Tajora, sämmtlich 17,000 F. über der Meeresfläche. Oestlich an die Gebirge schließen sich die sogenannten Pampas, die Savannen Peru's, jene wald- und grasreichen Hochebenen, von nie versiegender Fruchtbarkeit, nur in weiter Entfernung bewohnt von den wilden Gauchos und den Pampas-Indianern. Die zahllosen Flüsse der Pampas, die zur Regenzeit sich bildenden Seen tränken den Maranhon, den Hauptfluß Peru's, der, nachdem er mehrere bedeutende Ströme aufgenommen, ostwärts nach Brasilien fließt. Vegetation und Produkte sind dieselben, wie in Chile und Columbien, der Himmel tropisch, die Erde überschwellend an Fruchtbarkeit, geschwängert mit edlen Steinen und Metallen, bepflanzt mit Cacao, Vanille, Mandeln, allerlei Gewürzen, Maniok, Bataten, Pisang, Baumwolle etc. Hier ist das Vaterland der Kartoffeln, worunter es eine eigene süße Gattung gibt. Hier, wie in Chile, ist das Lama heimisch, der wilde Quaeurco und die Vicogne, das rothe Eichhörnchen, das Beutelthier und der Gatomontes, die schön-gefleckte, kleinste Tigerart. Die See wimmelt an der Küste von ganzen Heerden von Wall- und Pottfischen. Die Zahl der Einwohner beläuft sich über 2 Millionen, und besteht aus Weißen (280,000), Indianern (800,000) und Negern (40,000) etc. Das Hauptvolk sind die Ureinwohner, die alten Peruaner, schon vor Pizarro's Invasion eine gebildete, unter weisen Institutionen von eigenen Königen, den Ynkas, regierte Nation. Von der Höhe ihrer Kultur zeugen die noch vorhandenen zahlreichen Ueberreste prächtiger Baudenkmäler, Palaste, Brücken, Landstraßen, Canäle. 1821 erklärte sich Peru, wie mehrere andere südamerik. Provinzen, unabhängig und schüttelte drei Jahre später unter dem Befreier Bolivar das spanische Joch ab. – Noch leben in den Gebirgen um die Pampas zahlreiche wilde Indianerstämme, wie die Omayas, Conibos. Panos u. a. m. Die Hauptstadt des Landes ist Lima.

–n.


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